Wo dürfen in Thüringen Windmühlen stehen?

Was hat die Beschäftigung von Diplom-Geographen mit der Mittleren Jahreswindgeschwindigkeit in Thüringen zu tun? Antwort gibt eine Studie, die fünf Geographen zusammen mit dem Göttinger Landschaftsarchitektur-Büro Döpel im Auftrag der thüringischen Landesregierung erstellt haben. Sie untersuchten, wo in den vier nördlichen Kreisen Thüringens Windenergie-Anlagen erstellt werden können.
Alte Mühlen wie diese im Brot-Museum Mollenfelde fand man früher auch in Thüringen sehr häufig.

Alte Mühlen wie diese im Brot-Museum Mollenfelde fand man früher auch in Thüringen sehr häufig.

Uwe Döpel und seine Kollegen von der Ableilung Landschaftsökologie der Universität haben in nur drei Monaten mit Hilfe ihrer Computer diese Aufgabe gelöst und eine flächendeckende Untersuchung der vier Landkreise vorgenommen, zu denen auch der Eichsfeldkreis und der Kreis Nordhausen gehören.

Daß Geographen nicht nur kundig in der Beschreibung des Geo-Ökosystems Erde sind und mehr als länderkundliche Analysen liefern können, ist bereits bekannt. Neu ist jedoch, daß sie auch bei modener Windenergieforschung erfolgreich sind. Da im Küstenbereich Windkraftanlagen kaum noch genehmigt werden, drängen die Investors immer mehr ins Binnenland. Effektiv gewirtschaftet kann aber nur dort werden, wo der Wind stark genug bläst.

Zudem gibt es zahlreiche Flächennutzungen, die einen solchen Neubau   verhindern beispielsweise Natur- und Wasserschutzgebiete ebenso wie Denkmale, zu denen künftige Windräder einen   angemessenen Abstand halten müssen. Nicht zuletzt ist es hilfreich zu wissen, wo bereits historische Windmühlen wie die alten Bockwindmühlen oder Hollerwindmühlen gestanden haben.

Es wundert sicher nicht, daß die Wisscnschaftler bei der Computer-Auswertung ihres riesigen Datenberges herausfanden, daß sich diese historischen Standorte ziemlich genau mit denen deckten, die sie selbst für die Zukunft empfehlen. Auf insgesamt rund 20 Prozent der Fläche in den vier Kreisen (insgesamt 583 Quadratkilometer) dürften nach ihrer Erkenntnis künftig Windräder genehmigt werden. Das Ministerium kann also mit einem Blick auf die neuen Karten feststellen, wo potentielle "Windmüller" optimal bauen könnten - ohne andere Nutzungen zu beeinträchtigen.

Interessant am Rande: bereits im vorigen Jahrhundert waren in Thüringen Mühlenbauer strengen Vorschriften untenworfen: So durfte ihr Bau nicht weniger als 92 Meter von der Straße entfernt sein - damit die Pferde durch die Geräusche nicht scheuten.


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